Die Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor GmbH (AVR) wurde am 03.02.1959 mit dem Ziel des Nachweises der Machbarkeit und Funktionsfähigkeit eines gasgekühlten, graphitmoderierten Hochtemperaturreaktors gegründet. Sie war ein Zusammenschluss von 15 kommunalen Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU), deren beiden Hauptgesellschafter, die Stadtwerke Düsseldorf und Elektromark Hagen, die Geschäftsführung stellten. Im Folgejahr wurde der AVR vom Land NRW im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages ein 3,7 ha großes Grundstück im Hambacher Forst bei Jülich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kernforschungsanlage (jetzt Forschungszentrum) zur Verfügung gestellt. Die Nähe zum Forschungszentrum wurde gewählt, um einerseits eine enge, wissenschaftliche Zusammenarbeit sicherzustellen, andererseits konnte so die im Forschungszentrum vorhandene Infrastruktur mitgenutzt werden.
Der Reaktor wurde von 1967 bis Ende 1988 erfolgreich betrieben. Mit Erhalt der Genehmigung zum "Sicheren Einschluss" im Jahr 1994 erfolgten der Abbau nicht mehr benötigter Anlagenteile sowie die Entnahme der Brennelemente. Das Jahr 2003 wurde von zwei grundlegenden Veränderungen geprägt. Im Mai fand die Übernahme der AVR GmbH durch die Energiewerke Nord (EWN) GmbH statt, parallel wurde durch eine Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Bund und dem Land NRW der vollständige Abbau vereinbart. Mit Abschluss aller notwendigen Arbeiten (Plantermin 2015) ist das Abbauprojekt "Grüne Wiese" beendet und die AVR GmbH übergibt das Gelände wieder dem Land Nordrhein-Westfalen.