Bereits während der Umstellung des Projektzieles "Herbeiführung Sicherer Einschluss" (HSE) hin zum vollständigen Rückbau, entwickelte die neue Geschäftsführung mit der "alten" AVR - Mannschaft eine völlig neuartige technische Vorgehensweise zum Rückbau der Anlage.
Die bestehende Genehmigung der Herbeiführung des Sicheren Einschlusses wurde dahingehend bereits in der Anfangsphase zielgerichtet erweitert. Schon im November 2004 stimmte die Genehmigungsbehörde dann den Änderungen zu, im September des Folgejahres feierte man bei AVR bereits das Richtfest für die ca. 60 m hohe Materialschleuse.
Ein wesentlicher, sicherheitsgerichteter Meilenstein wurde im November 2008 erreicht. Die Verfüllung des aufrecht stehenden Reaktorbehälters (28 m hoch, 7,6 m im Durchmesser) mit Porenleichtbeton. Hierbei handelt es sich um einen Beton geringer Dichte (ρ ~ 0,7 kg / dm³), dessen Aufgabe die Fixierung der inneren Bauteile und die Bindung der staubförmigen Ablagerungen ist. In Folge sank die Dosisleistung am äußeren Mantel erheblich (Faktor <0,5).
Im nächsten wichtigen Projektschritt wird der dann insgesamt etwa 2100 Mg schwere Reaktorbehälter an einen Spezialkran angeschlagen, aus dem Reaktorgebäude herausgefahren und in der Materialschleuse in horizontaler Lage abgelegt. Anschließend wird der Behälter in das neue Zwischenlager auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich transportiert. Dort wird der Behälter bis zur späteren Endlagerkonditionierung zwischengelagert.