Im Norden der Ukraine, nicht weit von der weißrussischen Grenze entfernt, befindet sich das Kernkraftwerk Tschernobyl. Zum Kraftwerk gehören vier graphitmoderierte Reaktoren des Typs RBMK-1000. Nach dem schweren Unfall im Block 4 im Jahre 1986 wurden die anderen Blöcke nach einer kurzen Pause weiter zur Stromerzeugung genutzt. Am 15.12.2000 wurde dann mit der endgültigen Abschaltung des letzten in Betrieb befindlichen Blockes 3 die mit den G7-Staaten verhandelte Stilllegung des Standortes Tschernobyl eingeleitet.
Gemeinsam mit den Konsortialpartnern SGN (Frankreich) und AEA-T (Großbritannien) leistete die EWN GmbH im Rahmen des EU-Projektes "TACIS On-Site Assistance Project OSAT" bereits seit 1997 Unterstützung bei der Stilllegungsplanung für die Blöcke 1-3.
Als im Jahr 2001 der Bau eines Industriekomplexes für die Entnahme, Verarbeitung und Endlagerung fester radioaktiver Abfälle für das Kernkraftwerk Tschernobyl beginnen sollte, übernahm dieses Konsortium die Projektleitung für den Bau und die Inbetriebnahme der Anlage.
Seit 2009 wird im Rahmen eines weiteren EU-Projektes an der Entwicklung eines "Informationssystems für die Stilllegung" (DISS) gearbeitet. Das „DISS“ ist eine unterstützende Software für das Management des Stilllegungs- und Abbauprozesses des Kernkraftwerks Tschernobyl. Bei der Entwicklung des Systems konnte gut auf die Erfahrungen der EWN auf diesem Gebiet zurückgegriffen werden. Das Projekt umfasst nicht nur die Lieferung von Hard- und Software sondern auch die Schulung der ukrainischen Fachleute im Umgang mit dem System. Partner in diesem Projekt sind die Firmen Ernst & Young (Litauen) und Sitronics (Ukraine). Es wird noch im Jahr 2012 abgeschlossen werden können.
