Bereits kurze Zeit nach der Inbetriebnahme am 9.5.1966 erreichte der Kraftwerksblock die projektierten Parameter und wurde vorwiegend im Grundlastbetrieb gefahren.
Bis zu seiner Außerbetriebnahme am 01.06.1990 war er mehr als 130.000 Stunden am Netz. Er erreichte eine durchschnittliche jährliche Zeitverfügbarkeit von 61,3 %. Die Gesamtbruttoarbeit (1966 - 1990) betrug rund 9.000 GWh.
Die Ausnutzung des Kernbrennstoffs lag durchschnittlich bei 14 MWd/kg Uran. Die vorwiegend durch eigenes Personal realisierten Instandhaltungs- und Rekonstruktionsmaßnahmen sowie werkstofftechnischen Prüfungen, insbesondere im Bereich des Primärkreislaufes einschließlich des Reaktors, lieferten umfangreiche Erfahrungen, die auch bei der Stilllegung eines Kernkraftwerkes von Bedeutung sind.
Während und kurz nach der Inbetriebnahme erforderten wissenschaftlich-technische Aufgaben die Bildung eines Forschungsbereiches. In ihm wurden teilweise neuartige Lösungen, z.B. zur Primärkreislaufdekontamination, zur reaktorphysikalischen Spaltzonenüberwachung, zur Dichtheitskontrolle von Brennelementen erarbeitet, die auch ihren Niederschlag in der Betriebsführung der Blöcke im KKW Greifswald fanden. Eine Reihe von Forschungsthemen wurden mit internationaler Beteiligung bearbeitet.