Nach geplanten betrieblichen Umschaltmaßnahmen an den Filtern in der Abgasstrecke des Lagergebäudes LAVA wurde am 21.04.2010 ein kurzzeitiges Überschreiten von 30% des Tagesgrenzwertes der Emissionen (Überprüfungsschwelle) signalisiert. Ursache für das Ansteigen der Emissionen war eine technische Störung bei einer Filterumschaltung, die inzwischen beseitigt ist. Die Filteranlage ist dreifach redundant ausgelegt.
Da die unmittelbar vorliegenden Emissionsmessdaten keine Überschreitung des Tagesgrenzwertes zeigten, wurde das Ereignis der Aufsichtsbehörde am Folgetag nach der für WAK gültigen Melderegelung als Kategorie N mitgeteilt.
Eine spätere Bilanzierung der Ableitungen der fraglichen Woche anhand von jetzt vorliegenden Labormessungen der Filter ergab, dass die in der Genehmigung festgelegten Tageswerte am 21.04.2010 um bis zum ca. 2,5-fachen überschritten worden waren.
Für eine Person der Bevölkerung lässt sich durch die kurzfristig erhöhte Ableitung unter sehr konservativen Annahmen am ungünstigsten Punkt am Zaun der WAK eine Strahlenexposition von ca. 0,012 Millisievert ermitteln, in der weiteren Umgebung weit weniger. Die genannte Dosis liegt unter 1% der natürlichen mittleren jährlichen Strahlenexposition der Bevölkerung. Das Vorkommnis ist daher von geringer sicherheitstechnischer Bedeutung.
Das Ereignis wurde auf der Basis der Bilanzierungsmessung nach der für WAK gültigen Melderegelung neu bewertet (Kategorie E). Nach der internationalen Skala zur Bewertung von Ereignissen (INES) wurde das Ereignis der Stufe 0 (unterhalb der Skala, keine sicherheitstechnische Bedeutung) zugeordnet.
| Radionuklide und Aerosole | Monatswerte Bq |
Summe 2010 Bq |
% der zulässigen Jahresgrenzwerte |
| Alpha-Aerosole | 2,74*104 | 4,38*104 | 0,06 |
| Beta-Aerosole | 3,49*106 | 5,48*106 | 0,15 |
| Iod-129 | 2,06*105 | 6,22*105 | 0,62 |
| Iod-131 | 2,09*105 | 6,38*105 | 0,10 |
| Edelgase (Rechenwert) |
8,33*109 | 2,50*1010 | 2,50 |
Im März 2010 haben 469 im Projekt StiWAK überwachte Personen eine Kollektivdosis von 10,53 mSv aufgenommen. Dabei beträgt die mittlere Einzeldosis 0,022 mSv und die maximale Einzeldosis 0,621 mSv.
Zum Vergleich: Der zulässige Jahresgrenzwert für eine beruflich strahlenexponierte Person ist auf 20 mSv festgelegt.
Im März 2010 hat das Projekt StiWAK 106,7 t feste radioaktive Reststoffe mit einer Aktivität von 3,25*109 Bq Alpha und 1,06*1011 Bq Beta sowie 43,0 t flüssige radioaktive Reststoffe mit einer Aktivität von 2,49*107 Bq Alpha und 3,51*109 Bq Beta an die Hauptabteilung Dekontaminationsbetriebe abgegeben. Nach §29 StrlSchV wurden keine weiteren Reststoffe freigegeben.
Am 19.03.2010 kam es nach der routinemäßigen Spülung von Messleitungen im Bereich der VEK-Ventilgalerie zu einem Anstieg von Aktivitäts- und Ortsdosisleistungs-Messwerten. Als Ursache wurde eine undichte Armatur ermittelt, die zwei Messleitungen miteinander verbindet, um bei Arbeiten an diesen Leitungen den Messumformer vor unzulässigen Drücken zu schützen. Der betroffene Ventilblock wurde getauscht und die Messleitungen nochmals gespült. Innerhalb weniger Stunden zeigten die Aktivitäts- und Ortsdosisleistungs-Messstellen wieder normalbetriebliche Werte.
Am 23.03.2010 wurden in der Wasserrückkühlanlage Schaltungen im Rahmen der vorbeugenden Instandhaltung durchgeführt. Hierbei wurde irrtümlich eine Armatur im Rücklauf des Kaltwassers nach einem Wärmetauscher geschlossen. Durch das Signalisieren von Durchfluss-Warnungen in den Kühlkreisen der angeschlossenen Komponenten wurde der Fehler sofort erkannt und innerhalb weniger Minuten behoben. Temperatur-Grenzwerte dieser Komponenten haben nicht angesprochen.
Die Ereignisse wurden der Aufsichtsbehörde und dem Gutachter gemäß Melderegelung mitgeteilt. Auswirkungen auf die Umgebung, die Anlage und das Personal waren zu keinem Zeitpunkt möglich.
Die Ereignisse wurden nach der für WAK gültigen Melderegelung als Normalmeldung (Kategorie N) eingestuft. Nach der internationalen Skala zur Bewertung von Ereignissen (INES) wurden die Ereignisse der Stufe 0 (unterhalb der Skala, keine sicherheitstechnische Bedeutung) zugeordnet.