Die CASTOR-Behälter sind abtransportiert
Am 16.02.2011 wurden um 3:00 Uhr morgens fünf CASTOR-Behälter vom Gelände der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) auf dem Schienenweg abtransportiert. Hiermit ist ein wichtiger Meilenstein im Projekt Rückbau der Wiederaufarbeitungsanlage erreicht, denn die Entsorgung der hochradioaktiven Abfalllösung aus der Betriebszeit der WAK ist Voraussetzung für die weiteren Rückbauarbeiten.
Um die hochradioaktive Abfalllösung in eine feste, sicher transport- und endlagerfähige Form zu überführen, wurde am Standort die Verglasungsanlage VEK errichtet. In der Betriebszeit der VEK von September 2009 bis Oktober 2010 wurden 140 Edelstahlkokillen mit Abfallglas produziert. Die Kokillen wurden in CASTOR-Behälter verladen und in das bundeseigene Zwischenlager Nord (ZLN) transportiert. Dort sind sie am 17.02.2011 um 8:12 Uhr angekommen.
Hintergrundinformation
Fünf Behälter CASTOR HAW 20/28 CG mit verglastem hochradioaktivem Abfall aus der Betriebszeit der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) werden im Februar 2011 von Karlsruhe zum Transportbehälterlager des Zwischenlagers Nord (ZLN) in Rubenow (in der Nähe von Greifswald) transportiert. Eigentümerin des ZLN ist die bundeseigene Energiewerke Nord GmbH (EWN), die Muttergesellschaft der WAK GmbH.
Zur endlagergerechten Konditionierung der hochradioaktiven Abfalllösung wurde die Verglasungsanlage Karlsruhe (VEK) auf dem Gelände der WAK errichtet. Im radioaktiven Betrieb der Anlage wurden von September 2009 bis November 2010 insgesamt 140 Kokillen und somit 56 Tonnen Abfallglas produziert. Durch die Verglasung wurde der flüssige Abfall in eine feste, sicher transport- und endlagerfähige Form überführt. Die Radioaktivität der Betriebsabfälle ist damit nicht abschließend beseitigt, jedoch äußerst stabil in eine Glasstruktur eingebunden.
Spezielle CASTOR HAW 20/28 CG Behälter wurden mit je 28 Kokillen beladen. Die fünf beladenen CASTORen stehen an einem genehmigten Bereitstellungsplatz auf dem WAK-Gelände zum baldmöglichen Abtransport bereit. Die WAK GmbH verfügt über kein Zwischenlager für diese Art von Abfall.
Die Entscheidung zur Aufbewahrung der VEK-CASTORen im vorhandenen Transportbehälterlager des ZLN wurde im Jahr 2006 im Einvernehmen mit dem Bundesumweltministerium getroffen. Dieses Zwischenlager besitzt alle erforderlichen technischen und genehmigungstechnischen Voraussetzungen und stellt auch für die Zuwendungsgeber Bund und Land Baden-Württemberg eine wirtschaftliche Lösung für die Zwischenlagerung der Behälter bis zur Verfügbarkeit eines Endlagers dar.
Die Beförderungsgenehmigung für den Transport von Karlsruhe nach Rubenow wurde vom Bundesamt für Strahlenschutz am 9. Dezember 2010 erteilt. Der Abtransport vom Betriebsgelände der WAK erfolgt über die auch für den routinemäßigen Personen- und Güterverkehr zum Karlsruher Institut für Technologie (KIT) – Campus Nord bzw. der WAK genutzten Gleisanlage. Die für den Transport von radioaktiven Stoffen zulässigen gesetzlichen Grenzwerte sind deutlich unterschritten und führen zu keiner nennenswerten zusätzlichen Strahlenexposition für die Bevölkerung 1).
Hinweis 1)
Das Bundesamt für Strahlenschutz macht zur Strahlenbelastung durch CASTOR- Transporte folgende Aussagen (siehe auch www.bfs.de):
Für eine Person, die sich z.B. bei der Vorbeifahrt eines Eisenbahntransportes mit 12 CASTOR - Behältern in 5 m Abstand Entfernung aufhält, ergibt sich eine effektive Personendosis von weniger als 0,001 mSv. Im Vergleich hierzu beträgt die effektive Personendosis bei einem Hin- und Rückflug von Deutschland nach Teneriffa in 8 bis 12 km Höhe etwa 0,05 mSv oder die jährliche natürliche Strahlenexposition in Deutschland durchschnittlich 2,1 mSv.