In der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe lagerten bis September 2009 noch ca. 60 m3 hochradioaktiver Flüssigabfall (HAWC) aus der Wiederaufarbeitungszeit. Die endlagergerechte Konditionierung des HAWC erfolgte in der für diesen Zweck neu errichteten Verglasungsanlage VEK . Durch die Verglasung wird der flüssige Abfall in eine feste, transport- und lagerbeständige Form überführt. Die Radioaktivität der Betriebsabfälle ist damit nicht beseitigt, aber stabil in die Glasstruktur eingebunden.
Der Verglasungsprozess erfolgt in einem keramischen Schmelzofen bei ca. 1200°C. Die Glasschmelze wird in Kokillen genannte Edelstahlbehälter gefüllt. Jede Kokille wird in vier Vorgängen mit insgesamt 400 kg Abfallglas befüllt. Die Kokillen werden nach Abkühlung dicht verschweißt, außen gereinigt und in Transport- und Lagerbehälter vom Typ CASTOR eingebracht.
Das Verglasungsverfahren wurde am Institut für nukleare Entsorgung (INE) des Forschungszentrums Karlsruhe (heute Karlsruher Institut für Technologie - KIT) entwickelt und dort auch in der Pilot-Versuchsanlage PVA inaktiv erprobt.
Für Errichtung und Betrieb der VEK waren fünf einzelne Genehmigungen erforderlich. Im Jahr 2000 wurde mit der Errichtung der VEK begonnen. Nach umfangreichen Funktionstests und der Inbetriebnahme der Anlageschloss sich 2007 ein inaktiver Verbundbetrieb an. Im radioaktiven Betrieb der Anlage wurden von September 2009 bis November 2010 140 Kokillen und somit 56 Tonnen Abfallglas produziert.
Fünf CASTOR-Behälter wurden mit je 28 Kokillen berfüllt und im Februar 2011 zum Zwischenlager Nord der EWN GmbH in Lubmin bei Greifswald transportiert.